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AMD warnt vor mehreren Lücken in Radeon- und Ryzen-Komponenten

28. Mai 2026 durch
AMD warnt vor mehreren Lücken in Radeon- und Ryzen-Komponenten
Carsten Depping

Für Systeme mit AMD-Hardware gibt es eine neue Sicherheitswarnung: Betroffen sind Komponenten aus dem Radeon- und Ryzen-Umfeld, also Grafiklösungen und Prozessorplattformen, die in vielen Desktop-PCs, Notebooks und kompakten Systemen stecken. Die gemeldeten Schwachstellen sind nicht auf einen einzelnen Effekt begrenzt. Ein Angreifer kann sie je nach Fehler ausnutzen, um Daten zu verändern, eigene Rechte auszuweiten, beliebigen Programmcode auszuführen, Informationen offenzulegen, Schutzmechanismen zu umgehen oder einen Denial-of-Service-Zustand auszulösen. Relevant ist das vor allem für Nutzer, deren Systeme länger keine Treiber-, Firmware- oder Plattform-Updates erhalten haben.

Radeon und Ryzen sitzen tief im System

AMD Radeon steht vor allem für Grafikchips und Grafikkarten, Ryzen für Prozessoren und Plattformen in PCs und Notebooks. Beide Produktlinien arbeiten eng mit Betriebssystem, Treibern, Firmware und Hardware-nahen Diensten zusammen. Genau dieser Bereich ist sicherheitskritisch: Fehler in solchen Komponenten wirken sich nicht nur auf eine einzelne Anwendung aus, sondern können Funktionen betreffen, die mit erweiterten Rechten laufen oder direkten Zugriff auf Speicher, Gerätefunktionen und Systemressourcen haben.

Die Warnung beschreibt mehrere Schwachstellenklassen. Dazu zählen Fehler, die eine Manipulation von Daten ermöglichen, sowie Schwachstellen zur Erhöhung von Privilegien. Letzteres bedeutet: Ein Angreifer startet nicht zwingend mit vollständiger Kontrolle über den Rechner, kann seine Berechtigungen aber über eine verwundbare Komponente ausbauen. Besonders heikel wird das, wenn der Angriff von einem normalen Benutzerkontext in Bereiche führt, die eigentlich dem Betriebssystem oder geschützten Systemdiensten vorbehalten sind.

Auch die Ausführung von beliebigem Programmcode zählt zu den genannten Auswirkungen. In der Praxis ist das eine der schwerwiegenderen Kategorien, weil Angreifer damit nicht nur einen Fehler auslösen, sondern aktiv eigene Befehle auf dem Zielsystem platzieren können. Daneben nennt die Warnung Informationsabfluss und das Umgehen von Sicherheitsvorkehrungen. Solche Fehler können Schutzschichten schwächen, die eigentlich verhindern sollen, dass Daten oder Systemfunktionen unkontrolliert erreichbar sind.

Was Angreifer erreichen können

Der Angriffsweg führt über die betroffenen AMD-Komponenten selbst: Ein Angreifer nutzt Fehler in den verwundbaren Radeon- oder Ryzen-nahen Bestandteilen aus, um das System in einen Zustand zu bringen, den die Sicherheitsmechanismen nicht vorgesehen haben. Je nach konkreter Schwachstelle kann das mit manipulierten Daten, fehlerhaften Abläufen oder missbrauchten Schnittstellen zusammenhängen. Entscheidend ist nicht, ob der PC im Alltag sichtbar Probleme zeigt, sondern ob die verwundbare Komponente vorhanden und erreichbar ist.

Ein Denial-of-Service-Angriff zielt nicht auf Datendiebstahl, sondern auf Verfügbarkeit. Das kann bedeuten, dass eine Anwendung, ein Treiberbestandteil oder im ungünstigen Fall das System instabil wird. Für Privatnutzer klingt das zunächst weniger dramatisch als Codeausführung oder Rechteausweitung. In Kombination mit anderen Fehlern können solche Abstürze aber Teil einer Angriffskette sein, etwa um Schutzmechanismen aus dem Tritt zu bringen oder wiederholte Ausfälle zu provozieren.

Informationslecks sind ebenfalls nicht zu unterschätzen. Wenn eine Schwachstelle Daten offenlegt, können darunter interne Zustände, Speicherinhalte oder sicherheitsrelevante Informationen fallen. Solche Daten helfen Angreifern häufig dabei, weitere Schutzmaßnahmen zu umgehen. Deshalb wirken die genannten Kategorien nicht isoliert: Rechteausweitung, Codeausführung, Datenmanipulation, Informationsabfluss und das Umgehen von Schutzmechanismen können sich gegenseitig verstärken.

Updates gehören hier zur Systempflege

Bei Hardware-nahen Schwachstellen reicht es oft nicht, nur den Browser oder einzelne Programme aktuell zu halten. Radeon- und Ryzen-Systeme hängen an einem Zusammenspiel aus Betriebssystem-Updates, AMD-Treiberpaketen, Chipsatzsoftware und je nach Gerät auch Firmware- oder BIOS-Aktualisierungen des PC- oder Mainboard-Herstellers. Gerade Notebooks und Komplett-PCs bekommen passende Pakete häufig über die Update-Funktion des Herstellers oder über die Update-Mechanismen des Betriebssystems.

Privatanwender sollten deshalb nicht abwarten, bis es zu sichtbaren Störungen kommt. Viele Sicherheitslücken fallen im Alltag nicht auf, weil sie erst durch gezielte Ausnutzung relevant werden. Wer einen Rechner mit AMD Radeon oder AMD Ryzen nutzt, sollte prüfen, ob aktuelle Plattform-, Grafik- und Systemupdates bereitstehen. Das gilt besonders für Geräte, die selten neu gestartet werden oder deren Treiber seit der Einrichtung nicht mehr angefasst wurden.

Für den Umgang mit der Warnung sind diese Schritte sinnvoll:

  • Installieren Sie verfügbare AMD-, Windows- und Gerätehersteller-Updates.
  • Prüfen Sie bei Notebooks und Komplett-PCs auch BIOS- oder Firmware-Aktualisierungen.
  • Starten Sie das System nach Treiber- und Firmware-Updates vollständig neu.
  • Vermeiden Sie alte Treiberpakete aus inoffiziellen Download-Quellen.
AMD warnt vor mehreren Lücken in Radeon- und Ryzen-Komponenten
Carsten Depping 28. Mai 2026
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